Baumschnitt

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Der Baumschnitt.


Ein Baumschnitt, der zum richtigen Schnittzeitpunkt ausgeführt wird, fördert nicht nur den Neuaustrieb des Baumes, sondern beugt auch vor Pilzinfektionen oder sonstigen Baumerkrankungen vor. Wichtig sind die richtige Schnitttechnik und das ordentliche Versorgen der Schnittwunden. Der folgende Leitfaden wird euch die Anfangsangst vorm Baumschnitt nehmen und euch hilfreiche Tipps geben, wann welcher Baum wie geschnitten wird.



Der richtige Zeitpunkt.


Generell kann man sagen, dass der beste Zeitpunkt für einen Baumschnitt zwischen Februar und März ist. Die größten Fröste sind dann in der Regel vorbei. Natürlich kann man seinen Apfelbaum auch schon im November mit dem Einsetzen des Laubfalls beschneiden und Kirschbäume können sogar während der Ernte beschnitten werden, doch zu überlegen ist, dass ungeschittene Bäume den Winter in aller Regel besser überstehen und es für den Baum keinen Unterschied macht, ob er im Dezember oder Januar beschnitten wird. Grundsätzlich empfiehlt es sich nur an trockenen und frostfreien Tagen zu schneiden. Konkret störende oder verletzte Äste können und sollten das ganze Jahr über entfernt werden.



Die Schnitttechnik.


Bitte achtet darauf, dass ihr ausschließlich sauberes und scharfes Werkzeug für euren Baumschnitt benutzt. Es darf beim Entfernen der Äste nicht zu Quetschungen kommen. Die Schnittkanten müssen gerade und einwandfrei sein. Beachtet beim Baumschnitt auf den natürlichen Wuchs des Baumes. Versucht euch also als eleganten Baumfriseur und nicht als Baumkronenheckenscherenparademonster.

Der Schnitt darf nicht zu dicht am Stamm vorgenommen werden. Ihr solltet einen kleinen Astring, das ist der Stummel, der nach einem abgeschnittenen Ast übrigbleibt, von einem bis zwei Zentimetern stehen lassen, weil dies den Heilungsprozess fördert. Viel länger darf der Astring jedoch nicht sein, da er dann anfällig für Nässe und somit ein Paradies für Pilze und Bakterien wird.


Wenn Äste nicht vollständig entfernt werden und lediglich gestutzt werden müssen, muss ein Auge auf vorhandene Knospen geworfen werden. Beim Kürzen schneidet man den Ast schräg über der nächstmöglichen, nach außengerichtete(!) Knospe so ab, dass das Regenwasser ungehindert abfließen/abperlen kann und es nicht auf der Wunde zu Staunässe kommt. Wunden sollten immer möglichst kleingehalten werden.

Dickere Äste sägt man, sofern nötig, in mehreren Schritten ab, quasi Stück für Stück. So sinkt die Gefahr, dass der Ast ausbricht. Auch hier sollte ein Astring von ein bis zwei Zentimeter stehen bleiben. Eventuelle Ausfransungen, die durch sorgsames Arbeiten unbedingt in Grenzen gehalten werden sollten, glättet man mit einem sehr scharfen Messer. Nicht erschrecken: Es kann mitunter Jahre dauern, bis größere Wunden am Baum verheilen. Ihr könnt eure Bäume jedoch bei der Wundheilung helfen, indem ihr sauber und gewissenhaft arbeitet, die Wunden anschließend reinigt (Sägespäne) und mit entsprechenden Spezialmittelchen aus dem Gartencenter behandelt.



Was wird geschnitten?


Kurz und knapp: Alles was wegmuss und wegsoll. Das sind alle Neuaustriebe, die ziemlich senkrecht gen Himmel ragen oder nach innen ragen, und jene Äste, die in Nachbarbäume hineinwachsen oder sich gegenseitig kreuzend behindern. Auch zu schwache Seitenäste, die beispielsweise zu schwach sind einen Apfel zu tragen, kann man gefahrlos entfernen. Habt keine Angst vorm Baumschnitt. Selbst, wenn es anfängertechnisch mal ein Ast zuviel war … der Baum verzeiht es euch. In der Natur überstehen Bäume die unmöglichsten Winde und Stürme, verlieren laufend irgendwelche Äste und in all den Millionen von Jahren haben sie eines ganz besonders gut gelernt: Einen neuen Ast neuwachsen zu lassen.


Dieser kleine Einsteigerleitfaden, der ganz bewusst ohne Fachjargon oder Detailerklärungen auskommt, wurde mit bestem Wissen aufgeschrieben. Es gibt ganze Bücherregale voller Lektüre zum richtigen Baumschnitt. Betrachtet daher diesen kleinen Leitfaden ohne Gewähr und wendet diesen auf eigene Verantwortung an.



© 2018 Mic, Fachberater GBV-Steele-Mitte e.V.

    Kommentare 1

    • Sobald ich ein paar gemeinfreie Bilder habe, füge ich diese dem Text hinzu.