Eichenprozessionsspinner

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Hallo Gartenfreunde,


aus den Nachrichten erfährt man es in jedem Sommer: "Essen leidet am Eichenprozessionsspinner." Immer wieder müssen verschiedene Bereiche (Kindertagesstätten, Hundewiesen u.a.) evakuiert werden. In diesem Artikel erfahrt ihr ein wenig mehr zum Thema und ich gebe euch Tipps, wie ihr euch am besten verhaltet, wenn ihr auf ein Nest dieser gefährlichen Raupenart stoßt.



Was ist der Eichenprozessspinner?

Es handelt sich hierbei um eine eigentlich harmlose Nachtfalterart (Mottenart). Lediglich dessen Nachwuchs, also die Raupen sind sehr gefährlich. Die Raupen lösen beim Menschen und bei Tieren eine Raupendermatitis aus.


Der Name verrät es, die Raupen des Eichen-Prozessionsspinners befallen hauptsächlich Eichen, gelegentlich – insbesondere in starken Befallsjahren – aber auch an einigen anderen Baumarten, insbesondere an der Hainbuche. Da Eichen glücklicherweise nicht zu den typischen Kleingartenbäumen gehören (diese sind im Kleingarten sogar verboten), trifft man die Raupen dort eher seltener an. Grundsätzlich ausgeschlossen ist eine Begegnung mit ihnen aber nie, denn Wind, Sturm und Wetter können ganze Populationen auch quer über die nächstbeste Wiese verteilen. Und dann wird es richtig gefährlich, da sich die feinen Haare der Raupen, die ähnlich funktionieren wie Nesseln, überall verteilen können. Und genau diese Haare der Raupen sind das eigentlich gefährliche. Winzigfein mit Widerhaken verteilen sie sich auf der Haut, in Kleidern, sogar auf der Augennetzhaut und führen auch bei Nichtallergikern sehr starke allergische Reaktionen. Nicht selten führt es spontan zu Asthma. Ganz besonders gefährlich sind Hunde, die frei herumlaufen. Einmal die Nase in so einem Raupenhaufen gesteckt - und das könnte es dann gewesen sein. Jetzt hilft nur noch die Tierrettung und der schnellste Weg zur Tierklinik.


Wenn ein Kleinkind oder eine ältere Person mit den Raupen in Kontakt kommt: Betrachtet das bitte auf jeden Fall als Notfall!



Natürliche Feinde des Eichen-Prozessionsspinners sind Wanzen, Schlupfwespen, Raupenfliegen, der Kuckuck, der Pirol und räuberische Käfer wie zum Beispiel der Puppenräuber.



Wie verhält man sich richtig?

Meidet unter allen Umständen den Kontakt mit den Raupen! Entfernt sie nicht mit der Hand und ohne Schutzkleidung. Wendet euch an die Stadt Essen oder an die Notfallrufnummer (Feuerwehr), wenn ihr die Raupen auf öffentlichem Grund entdeckt. Lasst eure Tiere auf gar keinen Fall an einer Raupe schnüffeln. Und solltet ihr doch in Kontakt damit gekommen sein: Verreibt nichts! Kratzt euch nicht! Geht nach Hause, entfernt vorsichtig die Kleidung und springt unter der Dusche und wascht euch sehr gründlich mit Seife ab. Sollte es euch gut gehen, dann habt ihr Glück gehabt; bemerkt ihr jedoch allergische Reaktionen (schlimmer Ausschlag, Atemnot, Schmerzen), dann geht lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zum Arzt/zur Notpraxis.



Bild 1: Nachtfalter, Bild 2: Raupen, Bild 3: Raupen an einer Eiche, alle Bilder sind gemeinfrei; Verlinkung zu den Quellen/Autoren: Siehe Quellverzeichnis.


Wer ausführlichere Informationen zu dieser Falterart erfahren möchte, wird hier fündig.












Passt auf euch auf,

euer Fachberater Michael